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Warum mein Herz an Kreta hängt

Warum mein Herz an Kreta hängt

Ich nehme Dich heute mit auf eine Reise in meine Vergangenheit und an einen Ort, der mein Leben veränderte

Sie zieht sich nicht nur durch meine gesamte Online-Präsenz, nein .. sie gehört zu mir, ist in meinem Herzen und hat einen großen Stellenwert in meinem Leben

Die Insel Kreta

Nicht nur dass es eine unglaublich schöne Insel ist, die Menschen, die Berge, das Meer, die Sonne, die Köstlichkeiten .. eine liebenswerte mediterrane Urlaubsinsel und definitiv eine Stätte, in der man die Seele baumeln lassen kann.

 

Für mich indes bedeutet Kreta noch viel mehr .. es ist der Ort, an dem ich wachgerüttelt wurde .. hier durfte ich lernen, dass es egal ist, ob Du reich oder arm bist, dick oder dünn, schön oder hässlich. Wichtig ist vielmehr, was Du selbst fühlst und wer Du selbst bist, was Du selbst vom Leben erwartest und woran Du glaubst. Monetärer Reichtum, beruflicher Erfolg und eine gewisse gesellschaftliche Stellung erscheint natürlich beruhigend .. doch ist es das, wonach ich wirklich strebe? Ist es nicht so, dass wir alle nach einer gewissen Erfüllung streben? Nach innerem Wachstum, Freiheit, Friede und mehr Gelassenheit? Vertrauen wir dem Leben? Darauf, dass es nur Gutes für uns bereit hält? Und was bedeutet “gut“ überhaupt für mich? 

Aber eins nach dem anderen .. kommen wir mal zu dem eigentlichen Ereignis:

Damit Du verstehst, in welcher Situation ich vorher war, werde ich ein bisschen weiter ausholen: 

 

Sommer 2016 .. ich befand mich in der Hochphase der Überforderung .. ich hatte einen interessanten, gut bezahlten, aber wahrhaftig anstrengenden Job als Junior-Geschäftsführerin eines Bau- und Immobilienunternehmens. Dass ich über 60 Stunden in der Woche arbeitete war noch das kleinste Übel ... Ich fühlte mich ausgelaugt, war unglücklich und litt zunehmends unter dieser Situation. Privat sah es nicht besser aus .. ich weinte einem Mann nach, der mich nicht wollte, hatte in 150 km Entfernung eine lästige Eigentumswohnung, die ich los werden wollte .. alles in allem war es einfach ein bisschen viel und der zu erklimmende Berg wurde immer größer. 

Anfang September nahm ich dann 2 Wochen Urlaub, um mich um meine Eigentumswohnung zu kümmern .. gesagt getan, inserierte ich früh genug und fand tatsächlich innerhalb weniger Tage einen Käufer.

 

Die zweite Urlaubswoche begann und ich wusste nicht so recht, was ich mit mir anfangen sollte .. eigentlich wollte ich am Liebsten nur weit weg .. Montags buchte ich 5 Tage Last Minute auf Kreta und machte mich Dienstag früh morgens auf den Weg.

 

Schon als ich landete hatte ich so ein durchdringendes Gefühl des Angekommenseins. Ich fühlte mich willkommen, fühlte mich sicher und mir kamen schon die ersten zwei Tage vor, als wären es zwanzig gewesen. Ich fühlte mich gut, war friedlich mit mir und genoss alles, was mir begegnete. Ein Platz war mir ganz besonders ans Herz gewachsen #Lychnostatis im Norden Kretas. Ein kleines feines Freilichtmuseum mit so viel Liebe zum Detail, einer kleinen bewirteten Sandbucht und einem äußerst liebenswerten Wirt. 

Jeden Tag fuhr ich mit meinem gemieteten Quad zu diesem Ort, so auch am letzten Tag vor meiner Abreise. Ich legte mich an den Strand und freute mich auf die Erfrischung im Meer. Unbekümmert lag ich auf dem Rücken und plantschte vor mich hin .. ich vergaß die Zeit und nahm die aufziehende Strömung nicht wahr.

 

Plötzlich hörte ich Rufe, blickte ans Ufer und konnte die Menschen dort kaum noch erkennen, winzig klein .. Ich war total weit rausgedriftet ohne es zu bemerken!! Ich schwamm Richtung Ufer, doch ich kam nicht gegen die Strömung an .. das Meer wurde sehr rauh und ich dachte „jetzt bin ich in ernster Gefahr“. Die erste Welle erwischte mich und drückte mich gefühlt mehrere Meter nach unten. An dieser Stelle sei angemerkt, dass ich keine Wasserratte bin, nicht übermäßig gut schwimmen kann und auch sonst Hochachtung vor den Kräften des Meeres hatte – sprich ich hatte Panik!

 

Das alles geschah innerhalb weniger Sekunden .. mein ganzes Leben zog in Sekundenschnelle an mir vorbei und ich dachte nur noch „ich will leben! Lieber Gott, wenn ich doch nur wenigstens zu diesem Riff käme …“. In dem Moment erwischte mich die nächste Welle und mir wurde schwarz vor Augen .. als ich wieder zu mir kam, sah ich schwarze Schatten vor mir und wusste „das ist mein Riff“. Ich nahm eine Art Schutzhaltung ein und schrubbte bäuchlings am Riff entlang. Ich schaffte es, mich irgendwie am Riff festzuklammern und kletterte hoch. Ich musste lange klettern - wie auch immer ich das gemacht habe .. ich schaffte es, endlich oben auf dem Riff zu stehen. Ich hatte zunächst Angst, an mir runterzuschauen, Angst meine Verletzungen zu betrachten .. ich wischte mir schnell über die blutigen Beine und stellte fest .. nur Schürffwunden .. 

 

Halleluja - was für ein Glück!

Wenn ich darüber spreche, sage ich immer, die Welle hat mir das Leben gerettet .. und auch wenn es sich jetzt etwas abgedriftet für Dich anhören mag .. Insgeheim weiß ich: nicht die Welle hat mir das Leben gerettet – das war ich! Meine Willenskraft, mein starker Wunsch zu überleben hat mir das Leben gerettet! Für mich war es noch nicht an der Zeit, zu sterben .. aber es war an der Zeit, mich aufzurütteln und mir zu zeigen, dass jetzt der Moment ist, eine Kurskorrektur vorzunehmen! 

Alles was unmittelbar danach geschah, dass englische Touristen mir zu Hilfe eilten, mir berichteten wie weit ich mit der Welle „geflogen“ bin und zusammen mit dem Wirt meine Wunden versorgten ist eher weniger von Bedeutung.

 

Doch wie ich mich fühlte war von großer Bedeutung für mich. Ich war alleine. Es war keiner da, der mich bedauerte oder bemitleidete und ich hatte absolut keine Lust, die letzten Stunden meiner tollen Zeit hier mit Jammern und Wundenlecken zu verbringen. Also dachte ich mir „Hey, ich habe überlebt .. mir geht´s gut, wer weiß wozu das jetzt gut war!“

 

So verbrachte ich noch den ganzen restlichen Nachmittag dort, bestellte mir den besten Hamburger mit Feta aller Zeiten und eine kalte Cola dazu! 

In diesem Moment lernte ich VERTRAUEN! Das Vertrauen darauf, dass alles im Leben seinen Sinn hat und spürte, dass ich an diesem Ereignis wachsen werde.

Auch wenn es zuhause im Alltag immer weiter in den Hintergrund rückte, bemerkte ich, dass ich bei jeder Gelegenheit sagte „warte mal ab, eines Tages bin ich eh weg, dann kannste mich auf Kreta besuchen“. Da ich ohnehin die Weihnachtszeit oft nutze, um einige Dinge zu reflektieren, ging ich dieser Aussage auf den Grund .. mit dem Ergebnis: Im Januar kündigte ich meinen Job und ging Mitte Juni mit one-way-ticket nach Kreta. Es war nicht auszuschließen, dass ich länger bleibe .. ich wollte mich einfach mal (das erste Mal in meinem Leben) treiben lassen. Ich reiste 4 Monate um die Insel, habe viele schöne Plätze gefunden und viele liebe Menschen kennen gelernt - aber vor allem war ich mit MIR. 

Im Oktober, 4 Monate später, kehrte ich mit KRETA im Herzen nachhause zurück und begann mein Leben neu zu richten .. Seitdem komme ich so oft wie möglich mit weit geöffnetem Herzen hierher zurück. ❤

 

 

Es ist schwer im Alltag vor lauter beruflichen und privaten Herausforderungen und Aufgaben immer Kurs zu halten .. deswegen sind meine Aufenthalte auf Kreta nicht nur Erholung & Entspannung, sondern auch immer wieder mit einer erneuten kleinen Kurskorrektur verbunden.

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